Kind: Die motorische und psychosoziale Entwicklung in den ersten Lebensjahren

Kind: Die motorische und psychosoziale Entwicklung in den ersten Lebensjahren
Kind: Die motorische und psychosoziale Entwicklung in den ersten Lebensjahren
 
Vor allem im ersten Lebensjahr macht ein Kind große Entwicklungsschritte, doch auch in den darauf folgenden Jahren schreiten motorische und psychosoziale Entwicklung eines Kindes rasch voran.
 
 Entwicklung im ersten Lebensjahr
 
Schon Neugeborene sind nicht völlig hilflos - sie können ihren Eltern vor allem durch Weinen deutlich machen, dass ihnen etwas missfällt bzw. dass sie etwas wollen. Neugeborene nehmen eine typische Haltung ein: Arme und Beine sind gebeugt, die Hände sind oft zur Faust geballt, der Kopf kann bereits zur Seite gedreht werden. Auch können Neugeborene bereits greifen (z. B. nach einem Finger) und Dinge, die sich in einem Abstand von 20-40 cm vor ihrem Gesicht befinden (z. B. Gesichter), gut erkennen. Bestimmte Reflexe, z. B. der Moro-Reflex, bei dem das Kind in Schrecksituationen den Mund öffnet und die Arme zur Seite bewegt, um sie anschließend vor dem Bauch zusammenzuführen, sind bereits ausgebildet.
 
Nach einem Monat kann das Baby den Kopf meistens schon etwas heben, allerdings nur für kurze Zeit. Auch interessiert es sich mehr und mehr für seine Umwelt, wenn es wach ist. Nach etwa sechs Wochen lächeln viele Babys zum ersten Mal. Mit ca. zwei Monaten kann das Kind seinen Kopf schon ein wenig länger heben und seinen Körper strecken. Im dritten Lebensmonat hebt das Baby seinen Kopf schon längere Zeit in der Bauchlage in die Höhe; auch wenn sie gehalten werden, besitzen viele Babys schon eine bessere Kopfkontrolle. Nach Abschluss des vierten Lebensmonats sollten Babys ihren Kopf im Sitzen bereits eine Minute lang halten können, außerdem stützen sich die meisten in der Bauchlage nun auf den Unterarmen ab, viele rollen sich nun zur Seite. Auch schauen Babys nun zur Seite, wenn interessante Dinge in ihrer Umgebung vorgehen. Im fünften Lebensmonat können, manche Babys sich vom Rücken auf die Seite drehen und den Oberkörper mit den Händen abstützen. Viele Babys schaukeln auf dem Bauch liegend vor sich hin. Im sechsten Monat können manche Babys schon wenige Sekunden frei sitzen, die meisten greifen nun auch nach interessanten Gegenständen.
 
Im siebten Lebensmonat fangen die meisten Babys damit an, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, auch das Sitzen gelingt immer besser. Außerdem beginnen einige Babys nun, sich vor Fremden zu fürchten. Bis zum Ende des achten Lebensmonats fangen viele Babys an zu robben und drehen sich von der Rücken- in die Bauchlage. Manche Kinder setzen sich nun schon von selbst hin. Im neunten Monat setzt bei den meisten Babys das Krabbeln ein, außerdem können sie nun ohne Hilfestellung sitzen und sich aus dem Sitzen in die Bauchlage abrollen. Viele Kinder stehen nun auch gerne mithilfe der Eltern. Im zehnten Monat können sich die meisten Kinder ohne Hilfe aus der Bauchlage hinsetzen, viele beginnen nun damit, sich an Gegenständen in den Stand hochzuziehen. Im elften bzw. zwölften Lebensmonat machen viele Kinder die ersten Schritte an den Händen der Eltern.
 
 Weitere Entwicklung
 
Mit etwa 18 Monaten können die meisten Kinder allein laufen, außerdem sind viele bereits in der Lage, mit dem Löffel zu essen. Mit zwei Jahren beginnen Kinder zu rennen, zu hüpfen und steigen Treppen. Zwischen zwei und drei Jahren lernen Kinder oft, ihren Darm und ihre Blase zu kontrollieren. Das Kind entwickelt ein Ich-Bewusstsein und fängt an, mit anderen Kindern zu spielen. Mit drei Jahren können sich viele Kinder Kleidungsstücke ohne Knöpfe und Reißverschlüsse ausziehen und einfache Figuren zeichnen. Im Alter von vier Jahren gehen Kinder allein auf die Toilette. Mit fünf Jahren können sich Kinder in der Regel selbst ausziehen und spielen gern Rollenspiele. Im Alter von sechs Jahren können die meisten allein kurze Wege zurücklegen, Fahrrad fahren und mit Messer und Gabel essen. Während es Kleinkindern noch egal ist, ob sie mit Mädchen oder Jungen spielen, entwickelt sich bis zum zehnten Lebensjahr eine Vorliebe für das Spiel mit Geschlechtsgenossen. In der Pubertät beginnt sich der Jugendliche von den Eltern abzugrenzen und zeigt vermehrt Interesse am anderen Geschlecht.
 
 
Schon das Neugeborene kann sich verständlich machen, doch erst um den dritten Lebensmonat herum gibt es die ersten Lall-Laute von sich. Ab dem Alter von sechs Monaten gibt das Baby Laute wie »da« von sich und imitiert Geräusche. Außerdem »antwortet« es, wenn die Eltern mit ihm reden. Mit zwölf Monaten können die meisten Kinder zwei Wörter sprechen, aber mehr verstehen. Mit zwei Jahren können sie einfache Sätze bilden, reden dabei allerdings meist in der dritten Person von sich. Mit drei Jahren verfügen viele über einen größeren Wortschatz und können vollständige Sätze bilden.
 
Siehe dazu auch: Säugling: Wachstum und körperliche Entwicklung

Universal-Lexikon. 2012.

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